Das Leibniz Center Infection vernetzt die Forschung der drei Leibnizinstitute BNITM, FZB und HPI unter einem virtuellen Dach. Die Forschungsrichtungen dieser drei Institute sind komplementär zueinander aufgestellt: Parasitenerkrankungen, Tropen- und neuauftretende Infektionen am BNITM, bakterielle Infektionen am FZB und Viruserkrankungen am HPI. Das verbindende Element aller drei Institute sind Ko-Infektionen, also Infektionen die gleichzeitig vorkommen und sich gegenseitig beeinflussen können wie z.B. Tuberkulose und HIV Infektion.

Zwischen HPI und BNITM bestehen Überlappungen im Bereich neuauftretender Infektionen, die meist viralen Ursprungs sind und deren Erforschung oft besondere Sicherheitsbedingungen unter BSL4-Bedingungen bedürfen, wie sie das BNITM vorhält. Infektionen mit bakteriellen Erregern der Lunge werden am FZB erforscht. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf den Tuberkuloseerregern und den Pneumokokken, die pulmonologisch den Untersuchungen zu Grippeviren am HPI nahestehen. Entsprechend der thematischen Aufteilung ergänzen sich die drei Institute auch in ihren technologischen Infrastrukturen. Während am FZB die Strukturbiologie vor allem bakterieller Glykolipide mit NMR und Massenspektrometrie angesiedelt ist, bietet das HPI eine high end Einheit für verschiedenste bildgebende Verfahren (Elektronenmikroskopie, Tomographie, Live Cell Two Photon Microscopy) sowie bio­infor­matische Analysemethoden in der Hochdurchsatz-Tiefensequenzierung. Das BNITM hält neben dem Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 4 (BSL4) ein Sicherheitsinsektarium (BSL3), eine starke Epidemiologie sowie eine Feldstation in Ghana vor.

Diese Komplementarität innerhalb von LCI gewährleistet eine kooperative Infektionsforschung auf hohem, interdisziplinärem Niveau unter gemeinsamer Nutzung wertvoller Ressourcen.